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Wer ernährt die Welt? Diese Frage lässt sich nicht beantworten, ohne über Frauen zu sprechen. Weltweit leisten sie einen Großteil der Arbeit in der Landwirtschaft und Ernährungssicherung und haben doch oft deutlich schlechteren Zugang zu Land, Krediten, Bildung und politischer Mitsprache als Männer. Genau deshalb haben die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt: um ihre zentrale Rolle sichtbar zu machen und den globalen Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit in Agrar- und Ernährungssystemen zu stärken.
Passend dazu haben wir drei neue Interviews aus unserer Reihe „Perspektiven auf die Welternährung“ veröffentlicht. Sie geben Frauen eine Stimme, die tagtäglich mit den Folgen globaler Agrarpolitik konfrontiert sind und die trotz ganz unterschiedlicher Kontexte auf dieselbe Antwort kommen: Agrarökologie. Ein zentrales Thema, das sich durch alle drei Interviews zieht, ist dabei der Kampf gegen den Einsatz gefährlicher Pestizide – für gesunde Böden, sauberes Wasser und sichere Lebensmittel.
Cristiane Katzer, Familienbäuerin aus Paraná, Brasilien, erzählt, wie der Vormarsch von Soja- und Tabakanbau die Vielfalt auf den Höfen ihrer Gemeinschaft verdrängt. Für sie ist klar: Agrarökologie ist mehr als eine Anbaumethode, sie bedeutet Umweltschutz, gesunde Lebensmittel, Geschlechtergerechtigkeit und gerechte Einkommensverteilung zugleich.
Angela Libio da Paixão, Aktivistin der Landlosenbewegung MST und ebenfalls aus Paraná, bewirtschaftet seit 2004 ihr Land nach agrarökologischen Prinzipien. Für sie steht diese Art des Wirtschaftens für bäuerliche Identität, Freiheit und Ernährungssouveränität und für den Erhalt einer Biodiversität, die rundherum längst verschwunden ist.
Pauline Zéi, Agraringenieurin und Direktorin von INADES Formation an der Elfenbeinküste, kämpft gegen den Einsatz gefährlicher und teils in Europa längst verbotener Pestizide. Auch ihre Organisation setzt dabei auf agrarökologische Alternativen: von Schulungen zu natürlichem Dünger über den Erhalt traditionellen Saatguts bis zu Kooperationen mit der Alliance for Food Sovereignty in Africa (AFSA). Agrarökologie ist damit auch in Westafrika ein zentraler Baustein im Einsatz für gesunde Böden, sichere Ernten und den Schutz der Kleinbäuer:innen.
Drei Frauen und drei sehr unterschiedliche Realitäten und doch ein gemeinsamer roter Faden: Agrarökologie als Weg zu einer gerechteren, gesünderen und selbstbestimmteren Landwirtschaft.
Und es geht weiter: Diese Interviews sind nicht nur online zu lesen – gemeinsam mit einer weiteren Stimme, die aktuell noch in Planung ist, werden sie in diesem Jahr auch als Ausstellung präsentiert. Wir freuen uns, im Rahmen des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft die Perspektiven dieser engagierten Frauen einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Die vollständigen Interviews findest du hier: