Malte Frederichs
Rund 40 Gäste folgten der Einladung zu einem abwechslungsreichen Abend aus fachlichen Inputs und einer Podiumsdiskussion rund um die Themen Schifffahrt, Menschenrechte und Nachhaltigkeit.
Die Veranstaltung wurde im Rahmen des landesweiten Eine Welt-Promotor*innen-Programm gemeinschaftlich von den Regionalpromotorinnen aus Ostfriesland, Osnabrück und Oldenburg organisiert.
Zu Beginn richtete Johann Saathoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), ein persönliches Grußwort an die Teilnehmenden. Dabei sprach er nicht nur über seinen eigenen Bezug zur Seefahrt, sondern machte auch auf die aktuell schwierige Situation vieler Seeleute aufmerksam. Insbesondere die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus führe derzeit zu erheblichen Belastungen für Beschäftigte in der internationalen Schifffahrt. Darüber hinaus thematisierte Saathoff die kürzlich abgeschlossene Neuausrichtung des BMZ.
Im Anschluss gab PD Dr. Jessica Cronshagen von der Universität Oldenburg eine historische Einordnung der Seefahrt und der Stadt Emden im späten 17. Jahrhundert. Grundlage ihres Vortrags waren die sogenannten „Prize Papers“, historische Dokumente, die wertvolle Einblicke in maritime Handels-, Rechts- und Alltagspraktiken jener Zeit ermöglichen.
Die Brücke zur Gegenwart schlug anschließend ein Input zur heutigen Situation auf See. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle die Schifffahrt für den globalen Handel spielt: Rund 85 Prozent aller Güter in Deutschland werden über den Seeweg transportiert. Gleichzeitig bleiben die Arbeits- und Lebensbedingungen der 1,8 Millionen Seeleute häufig unsichtbar. „Oft haben wir bei internationaler Schifffahrt vor allem Containerschiffe vor Augen – die Menschen dahinter geraten jedoch schnell aus dem Blick“, erklärte Johanna Zschornack vom Bremer entwicklungspolitischen Netzwerk.
Im Zentrum des Abends stand die anschließende Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Teilgenommen haben:
In der Diskussion wurde insbesondere die Verantwortung der maritimen Wirtschaft thematisiert. Die Podiumsgäste betonten die Notwendigkeit stärkerer lokaler Bündnisse, die sich mit Menschenrechten, fairen Arbeitsbedingungen und nachhaltiger Entwicklung in der Schifffahrt auseinandersetzen.
Dabei wurde hervorgehoben, dass Nachhaltigkeit weit über ökologische Fragen hinausgeht und ebenso soziale sowie wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig verwiesen die Teilnehmenden auf bereits bestehende Initiativen und Organisationen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen auf See einsetzen. So sei beispielsweise der Zugang zum Internet für Besatzungen inzwischen auf vielen Schiffen selbstverständlich geworden und stelle eine wichtige Verbesserung für Seeleute dar.
Abschließend herrschte auf dem Podium Einigkeit darüber, dass insbesondere internationale Organisationen stärker gefordert seien. Langfristige Verbesserungen in der globalen Schifffahrt könnten nur durch internationale Zusammenarbeit und verbindliche Standards erreicht werden.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie eng globale Lieferketten, wirtschaftliche Interessen und Menschenrechte miteinander verbunden sind – und wie wichtig der gemeinsame Austausch über eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft der Schifffahrt bleibt.
Die Veranstaltung wurde von folgenden zivilgesellschaftlichen Organisationen getragen:
Peer-Leader-International e.V. (Ostrhauderfehn) Wer wir sind | Peer-Leader-International
Ökumenisches Zentrum Oldenburg e.V. (ÖZO) Ökumenisches Zentrum Oldenburg – ÖZO
Süd Nord Beratung (VeB e.V.) Über uns - Süd Nord Beratung
Niedersachsen.GLOBAL e.V. im Rahmen des Eine Welt-Promotor*innen-Programms Niedersachsen Eine Welt-Promotor*innen Programm
Kooperationspartner: Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk e.V. (BeN) BeN | Das BeN
Gefördert wurde die Veranstaltung von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie vom Land Niedersachsen.