Janun Lüneburg
Der Stadtrundgang „Auf postkolonialen Spuren in Lüneburg“ lädt dazu ein, vertraute Orte mit neuen Augen zu sehen. Gemeinsam erkunden JANUN Lüneburg, das Museum Lüneburg, Oikocredit, Niedersachsen.GLOBAL und das Avenir Café Rösterei Kollektiv, welche kolonialen Spuren bis heute sichtbar sind – und welche Geschichten oft unerzählt bleiben. Dabei steht die Sensibilisierung und das gemeinsame Lernen um globale Zusammenhänge und Fragen der globalen Gerechtigkeit im Vordergrund.
Kaffee, Kakao und Zucker gehören zum Alltag. Doch wer baut sie unter welchen Bedingungen an? Wer profitiert vom Handel? Am ehemaligen Standort eines Kolonialwarenladens werden globale Lieferketten und historische Ausbeutungsverhältnisse greifbar. Am Lüneburger Dragoner-Reiterdenkmal stellen sich Fragen nach öffentlicher Erinnerung: Welche Geschichte erzählt das Denkmal – und welche Perspektiven fehlen? Warum werden militärische Traditionen geehrt, während die Erfahrungen und der Widerstand kolonialisierter Menschen oft nicht sichtbar sind? Und wie könnte eine vielfältigere Erinnerungskultur aussehen?
Der Stadtrundgang dient als Methode der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Alltägliche Orte werden zu Ausgangspunkten, um globale Zusammenhänge zu entdecken, eigene Sichtweisen zu hinterfragen und gesellschaftliche Machtverhältnisse sichtbar zu machen. Die Fragen knüpfen an Erfahrungen an, die viele Menschen teilen, und ermöglichen auch ohne umfangreiches Vorwissen einen Zugang zum Thema. Im gemeinsamen Austausch begegnen sich unterschiedliche Perspektiven, neue Fragen entstehen und vermeintliche Selbstverständlichkeiten werden hinterfragt. Dabei muss nicht immer eine eindeutige Antwort oder ein Konsens entstehen. Vielmehr geht es darum, Zusammenhänge kritisch zu betrachten, andere Sichtweisen kennenzulernen und neue Möglichkeiten des Denkens und Handelns zu entdecken – direkt vor der eigenen Haustür.
Bei Rückfragen meldet euch gerne bei unserer Eine-Welt-Regionalpromotorin in Lüneburg.