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Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Jetzt erst recht: gemeinsam für Demokratie

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt setzen die agl und die Eine Welt-Landesnetzwerke auf Solidarität statt Rückzug – jetzt erst recht für Demokratie.
Heißluftballon vor dem Landtag

Zusammen bewegen MV

von Natalia Spetter vom 09.09.2026

Liebe Kolleg*innen und Freunde von Demokratie und globaler Solidarität,

wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass in Sachsen-Anhalt rund 580.000 Menschen eine als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei gewählt haben. Ja, das bedroht unsere Demokratie, aber auch ganz konkret Menschen mit internationaler Biografie und zivilgesellschaftliche Organisationen. Und ja, sie bedroht auch die Finanzierung unserer Arbeit der globalen Solidarität.

Zunächst ist es wichtig, den Kolleg*innen in Sachsen-Anhalt und den ostdeutschen Bundesländern unsere Unterstützung spüren zu lassen: politisch, menschlich und, wo es geht, praktisch und finanziell. Und es geht darum, Einschnitte zu verhindern.

Für die agl und die 16 Eine Welt-Landesnetzwerke heißt das außerdem, das wir weiter und stärker, in allen Bundesländern, in die gesellschaftliche Auseinandersetzung gehen und zivilgesellschaftliche Strukturen und lokale Initiativen in ihrer Arbeit unterstützen. Wir werden überall – auf den politischen Bühnen wie in der beiläufigen Begegnung, in den Kiezen und auf den Dorfplätzen, an Runden Tischen und in Gremien – deutlich machen: Demokratie, Rechtsstaat, Solidarität, Geschlechtergerechtigkeit, Diskriminierungsfreiheit und ökologische Nachhaltigkeit sind nicht nur Werte, für die es sich einzusetzen lohnt. Sie sind der richtige und realistische Weg in die Zukunft. In Deutschland und global, für die Menschen ebenso wie für die Wirtschaft und Politik.

Wir werden die Auseinandersetzungen führen: in unseren Aktionen und Veranstaltungen, in Gesprächen mit Landesregierungen und -verwaltungen ebenso wie im Bund, mit Politiker*innen, Verbänden, Nachbar*innen und Unternehmer*innen. Wir werden dabei neue Bündnisse suchen, neue Zielgruppen ansprechen und neue Methoden ausprobieren.

Wir möchten einen Weg des Handelns und der Zuversicht gehen. Nicht allein Ängste und Befürchtungen stehen im Raum, sondern auch neue Allianzen, neue Ideen und Narrative, überraschende Unterstützung und viel Solidarität – und somit auch neue Möglichkeiten, Menschen zu erreichen. Und dies auch international. Wir sehen uns als ein Netzwerk von Multiplikator*innen, das in diesen Zeiten Solidarität organisiert, Klarheit und Orientierung bietet und gemeinsam Resilienz und Motivation stärkt. Darauf setzen wir und darauf freuen wir uns. Unsere Aufgabe sehen wir deshalb darin, positiv und gewaltfrei, mit Haltung und Zuversicht weiter in den gesellschaftlichen Diskurs zu gehen. Gemeinsam mit euch möchten wir dafür sorgen, dass diese Stimmen laut bleiben und unser demokratisches Gemeinwesen erneuert und gestärkt wird.

In diesem Sinne, seid herzlich gegrüßt,

Vorstand, Geschäftsführung und Geschäftsstelle der agl