Leonie Werner
Die agl appelliert an den Bundestag, in den bevorstehenden Haushaltsverhandlungen finanziell die Weichen für ein starkes internationales Engagement zu stellen und die Etats von BMZ und Humanitärer Hilfe zu erhöhen.
„Deutschlands Zukunft wird auch international entschieden und die kommenden Haushaltsverhandlungen sind eine Richtungsentscheidung. Die im Kabinettsentwurf für den Haushalt 2027 geplanten weiteren Kürzungen der Entwicklungszusammenarbeit und das weiterhin zu geringe Niveau der humanitären Hilfe werden unserer globalen Verantwortung nicht gerecht. Gerade in einer Zeit, in der weltweit Krisen zunehmen und viele Länder ihr internationales Engagement zurückfahren“, so Katrin Beckedorf vom Vorstand der agl.
Deutschland verfügt über das wirtschaftliche und politische Gewicht, internationale Entwicklungen mitzugestalten. Gemeinsam mit Europa sollte es gerade jetzt eine positive Führungsrolle übernehmen. Eine regelbasierte multilaterale Ordnung und starke globale Partnerschaften entstehen nicht von selbst. Sie erfordern politischen Willen und ausreichende finanzielle Mittel.
„Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind kein Nice-to-have, sondern unverzichtbare Investitionen in Frieden, Stabilität und nachhaltiges Wachstum. Sie schaffen Perspektiven, stärken verlässliche Partnerschaften und tragen dazu bei, Krisen vorzubeugen, bevor sie eskalieren. Davon profitieren auch Deutschland und Europa“, so Beckedorf.
Wer heute an internationaler Zusammenarbeit spart, zahlt morgen einen hohen Preis – humanitär, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch. Deutschlands Handlungsfähigkeit und seine Rolle als verlässlicher Partner hängen entscheidend davon ab, globale Herausforderungen gemeinsam mit anderen anzugehen und internationale Verantwortung wahrzunehmen. Die humanitären Folgen der weltweiten Reduzierungen der Mittel für EZ und Humanitäre Hilfe hat ein Zusammenschluss von Organisationen in Zahlen benannt (hier).
Zugleich ruft die agl Bürger*innen dazu auf, Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe als das zu begreifen, was sie sind: Investitionen in die Zukunft. Wer heute globale Verantwortung übernimmt, stärkt Sicherheit, Wohlstand, Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit. Weltweit und bei uns. Wie der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) zeigt (hier), wünschen die Menschen in Deutschland laut aktuellen Umfragen starkes internationales Engagement Deutschlands (hier und hier).