Fair in Braunschweig
Ernährungssysteme stehen weltweit unter Druck durch Klimawandel, ungerechte Handelsstrukturen und den Verlust biologischer Vielfalt. Vor diesem Hintergrund möchte die Veranstaltungsreihe ‚Fair vor der Tür‘ den Blick auf Ernährung, Landwirtschaft und globale Zusammenhänge öffnen und zeigen, welche Alternativen hier vor Ort gestalten werden können.
Den Auftakt der Reihe bildete Mitte März im Nachhaltigkeitszentrum Braunschweigs die Ausstellung „Perspektiven auf die Weltbaustelle Ernährung“. Sie zeigte anschaulich die weltweiten Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Handel, Klima und globaler Gerechtigkeit und lud dazu ein, das eigene Ernährungssystem im Kontext globaler Lieferketten kritisch zu betrachten.
Parallel stellten sich zwei regionale Solidarische Landwirtschaften vor und gaben Einblicke in ihre Arbeit sowie Möglichkeiten zur Beteiligung. Solidarische Landwirtschaft zeigt dabei ein alternatives Modell der Lebensmittelproduktion als konkrete Alternative auf global geprägte Ernährungssysteme: gemeinschaftlich getragen, transparent organisiert und stärker an den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt orientiert.
Die Veranstaltung bildet den Einstieg in weitere Mitmach- und Bildungstage auf Solawi-Höfen in der Region. Dort können Teilnehmende Landwirtschaft praktisch erleben, mitarbeiten und mit Akteur:innen aus Landwirtschaft und Fairem Handel über faire Arbeitsbedingungen, regionale Versorgung und die Auswirkungen globaler Lieferketten ins Gespräch kommen.
So fand Anfang Mai eine Gärtnereiführung der Solawi Landwandel im Raum Braunschweig statt. Mit dabei: spannende Einblicke in die Arbeit einer Bio-Gärtnerei und Austausch mit den Landwirt:innen über Herausforderungen sowie die Folgen des Klimawandels für die lokale Landwirtschaft.
Ein weiterer Aktionstag ist im Rahmen der Fairen Woche 2026 voraussichtlich am 12.09. mit der Solawi Dahlum geplant. Dort werden unter anderem gemeinsam Kartoffeln geerntet, verbunden mit der Frage, wie regionale Landwirtschaft im Kontext globaler Ernährungssysteme zu mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit beitragen kann.
Mit der Veranstaltungsreihe soll sowohl das Bewusstsein für faire Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft gestärkt als auch die Wertschätzung für regionale und saisonale Produkte gefördert werden und damit die Verbindung zwischen regionalen Alternativen und den globalen Herausforderungen unseres Ernährungssystems sichtbar gemacht werden.